SG Turm 1948/69 Idstein e.V.

Hessenschach 17/08

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  • 91. Frankfurter Stadtmeisterschaft auf der Zielgeraden
  • Hessische Einzelmeisterschaften
  • Schach am Keltenlager
  • Turniervorschau

 

91. Frankfurter Stadtmeisterschaft auf der Zielgeraden

121 Spieler im Allgemeinen Turnier und nochmals 46 Teilnehmer im Turnier Max-1500 bei der Offenen Frankfurter Stadtmeisterschaft haben am vergangenen eine spannende Vorschlussrunde gesehen.

Gerade mal zwei Wochen ist es her, da machte sich auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann ein Bild von dieser 117 Jahre alten Turnierserie und begrüßte die Teilnehmer zur Turniermitte. Ein gelungener Abend, über den auch der Deutsche Schachbund in seinen Nachrichten berichtete.

Am Spitzenbrett wusste sich Samuel Minor vom SV Wiesbaden lange gegen den Frankfurter Stadtmeister von 2007, GM Leonid Milov, zu wehren, musste sich aber schließlich doch der Erfahrung eines Meisters im Verwerten kleiner Vorteile beugen.

IM Hagen Poetsch, Titelverteidiger und bereits zweifacher Champion, machte im Vergleich dazu mit seinem Gegner, Daniel Prenzler vom SC König Nied, eher kurzen Prozess, was aber auch alles andere als leicht war.

Im Schatten dieser großen Zwei haben sich Prof. Ralph Neininger vom Frankfurter TV und Stefan Calvi von den Frankfurter Schachfreunden auf 5 Zähler bis in die Spitze vorgespielt, und haben damit beide in der Schlussrunde noch die Chance selbst Stadtmeister werden.

Im Turnier Max-1500 stehen drei Spieler mit jeweils 5 Punkten aus 6 Partien an der Spitze, und hier kommt es zu einer Spitzenpaarung an Brett 1: Bernt Gade vom FV Berkersheim trifft dabei auf Christian Bär vom SC Steinbach, und der lachende Dritte könnte Uwe Björknes vom SC Bergen-Enkheim werden, der aber ebenfalls mit Andreas Mayer von den Frankfurter Schachfreunden keine leichte Aufgabe vor sich hat.

Doch nicht nur der Kampf um den Turniersieg verspricht Spannung, auch in den Teamwertungen, sowie den Rating- und Sonderklassen wird noch um jeden Tabellenplatz gerungen, wenn man vom Preis für die Beste Frau im Turnier mal absieht: Astrid Fröhlich-Dill vom SV 1920 Hofheim hat den schon mal sicher!

An Pfingsten und in der Pfingstwoche wird traditionell kein Schach bei der FSM gespielt, also geht es erst am 12. Juni weiter. Und kurz nach 23 Uhr wird an diesem Montagabend dann der Sieger gekürt werden!

–> http://fsm.chess-open.net
–> http://www.schachbund.de/news/halbzeit-bei-der-offenen-frankfurter-stadtmeisterschaft-2017.html

 

Hessische Einzelmeisterschaften

Mit der Gründung des Hessischen Schachverbandes im Jahr 1947 war auch der Grundstein dafür gelegt, was wir heute als Hessische Einzelmeisterschaften (HEM) kennen.

Seniorenmeisterschaften kannte man damals nicht, auch für viele Jahre danach war das kein Thema, aber es wurden schon nach Damen und Jugend getrennte Meisterschaften ausgespielt, und natürlich vom verbleibenden „Rest“ der Meister des Landes Hessen ermittelt.

Da „Open“ ein völlig unbekannter Begriff bis Anfang der 80er Jahre war, ging die Entwicklung der Hessischen Meisterschaften über die Jahre gesehen boomend voran. Es war sicherlich der Saison- Höhepunkt in Schachhessen und kulminierte schließlich erstmalig 1982, als man in Frankfurt-Bergen-Enkheim an die 500 Schachspieler in der Stadthalle bestaunen konnte, was sich dann nur zwei Jahre später in Maintal-Dörnigheim in etwa gleichem Maße wiederholte.

Schließlich wurde auch noch ein Mitternachts- Blitzturnier eingeführt, dass am letzten Tag der Meisterschaft noch einmal bis zu 100 und mehr Teilnehmer an die Bretter lockte. Es war offen, und auch Spieler aus anderen Landesverbänden waren willkommen.

Und nicht vergessen werden sollte, dass mit dem Verbandskongress auch die Meisterschaften eröffnet wurden, sodass man schon von einem Event oder Festival sprechen konnte, ohne dass jemals darauf zurückgegriffen werden musste.

Der Bedarf wurde erkannt und mit Beginn der 80er Jahre gingen denn in Wiesbaden und Gießen die ersten Open an den Start.

Ab 1988 (Limburg) schließlich wurde ein getrenntes Seniorenturnier bei den Hessenmeisterschaften eingeführt, und so ist das im Prinzip auch noch heute. Nur anders!

Die Landesmeisterschaften der Jugend werden seit vielen Jahren im sogenannten „Zentralen Lager“ ausgetragen. Es verdient seinen Namen durch den Veranstaltungsort, Bad Homburg, und ein großes Plus ist dieser gleichbleibende Austragungsort. Je nachdem, was man hinzurechnet oder nicht, kommt man auf Teilnehmerzahlen jenseits der 300 (inkl U8, die zeitlich getrennt ausgetragen wird, und einem zeitgleichen U18 Open), oder eben um 220 Spieler aller Altersklassen bis U18. Das Altersklassen eingeführt werden, liegt sicherlich daran, dass die Spielstärke mit den Jahren ansteigt (Erfahrung!) und ein U10 Kind in der Regel gegen U18 Spieler keine rechte Chance haben wird; nicht generell, aber prinzipiell!

Wer dann also die Klasse der U18 gewinnt, darf sich durchaus als „Hessischer Jugendmeister“ in der Tradition von Spielern wir Kripp, Bockius, Fahnenschmidt, Maeder und vielen mehr sehen. In diesem Jahr war das Pascal Neukirchner vom SK Gründau. Achtung, junger Pascal, spätestens ab 10 Jahren scheint dieser Triumph bei der Hessischen Schachjugend vergessen zu gehen, eine adäquate Liste deiner Vorgänger sucht man dort vergebens!

Anders als bei der Jugend, wo nur Spieler antreten dürfen, die auch einen Aktiv- Spielerpass im Hessischen Schachverband haben, ist die Meisterschaft der Senioren offen angelegt. Letztmalig wurde 2006 unter dem gemeinsamen Dach der HEM in Marburg das Meisterturnier der Senioren ausgespielt. Es kamen 22 Teilnehmer und nur Schachhessen waren erwünscht.

Danach wurde die Offene Hessische Seniorenmeisterschaft von Bad Sooden-Allendorf zum kürenden Turnier des Seniorenmeisters bestimmt und ist es auch bis heute geblieben. Die über 200 Teilnehmer, die man mittlerweile jedes Jahr scheinbar leicht erreicht, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur etwas mehr als 10% davon sogenannte Schachhessen sind, also dann innerhalb eines großen Teichs den eigentlichen hessischen Seniorenmeister ermitteln. Wie auch immer, die in diesem Jahr stattgefundene Meisterschaft mit 26 Hessen brachte mit FM Dr. Bernd Baum vom SC Fulda einen würdigen Sieger hervor, der in der Endabrechnung des Opens geteilter Zweiter und feingewerteter Dritter wurde.

Das alleine, das Verhältnis der hessischen Jugend zu hessischen Senioren, ist schon ein bemerkenswertes Zeichen, wenn man die ansonsten auf dem Kopf stehende Alterspyramide unserer Gesellschaft vor Augen hat.

Bisher hat keiner den Drehknopf gefunden, wo man den Anteil der schachspielenden Frauen an Turnieren oder Mitgliederlisten drastisch so anheben kann, dass man wenigstens in die Nähe der statistischen Parität kommt. Nicht mal zweistellig wird die Prozentzahl (auf Dauer), egal was und wo man ansetzt.

Mal eigenständig, mal in die allgemeinen Landesmeisterschaften integriert, schlingert man ohne erkennbares Konzept umher und vergisst die wichtigsten Faktoren für eine nachhaltige Steigerung der Teilnehmerzahlen: gleichbleibender Austragungsort und gleichbleibende Spielbedingungen.

Zuletzt wurde wieder mal integriert, und mit einem abstrusen Wertungsmodus zur Ermittlung der Siegerin gewürzt. Nun, einer Jutta Ries aus Babenhausen ist das völlig egal, da sie abseits dieser Kalamitäten seit 2005 die meisten Titel eingefahren hat, und auch jetzt in Marburg wieder.

Und der „Rest“?

Nun, im Kreise des Verbandsvorstandes wollte man vermeiden, nach dem Hoch der HEM 2016 in Flörsheim mit über 200 Teilnehmern, einer respektablen Marke, wenn man nur die letzten 10 Jahre heranzieht, wieder deutlich dahinter zurück zu fallen.

Man hat sicherlich sein Bestes gegeben, aber mittendrin die Ziele wohl geändert. Der angepeilte Höchststand war wohl nicht die Flörsheimer Marke, sondern eher die Anzahl der Hessenmeisterschaften, die man bisher als Verband ausgespielt hat.

Wie auch immer: 72 Teilnehmer sind für die letzten Jahrzehnte ein neuer Negativrekord und Hofbieber damit erstmal diesen erst 2014 „errungenen“ Titel schon wieder los. Man wird es dort sicher verkraften!

Der Sieger der 71. Hessischen Einzelmeisterschaften in Marburg und Hessenmeister 2017 ist der Titelverteidiger, und zum sechsten Mal bereits konnte IM Arno Zude vom SV 1920 Hofheim diesen Titel erringen.

Relativieren wir mal: zu den eingangs erwähnten HEMs mit Festival bzw Eventcharakter waren nur Schachhessen erlaubt. Das Jugendmeisterturnier in diesem Rahmen umfasste auch nur die damals sogenannte A- Jugend, heute in etwa vergleichbar mit dem U18 Turnier und seinen 16 Teilnehmern. An der HEM in Marburg nahmen nur eine Handvoll Nicht- Hessen teil, sodass man in mit den hessischen Senioren aus Bad Sooden-Allendorf auf etwa 110 – 120 Teilnehmer kommt.

Nur ein möglicher Vergleich als Denkanstoß: das Rhein-Main-Open in Bad Homburg wird Mitte Juni mit etwa 250 Teilnehmern in die erste Runde gehen, davon sind über 150 Schachhessen gemeldet. Seit einigen Wochen ist die Anmeldung bereits geschlossen.

Die Frankfurter Stadtmeisterschaft ist mit 167 Teilnehmern gestartet, davon elf Teilnehmer aus anderen Landesverbänden als Hessen, und zehn Vereinslosen, also potentiellen Neumitgliedern. Und auch 9 von 10 Bezirken sind in der Teilnehmerliste vorhanden. Auch noch eine bessere Landesmeisterschaft… Selbst für die Bezirksmeisterschaft von Frankfurt, die im Rahmen dieses Turniers gewertet wird, sind 62 Spieler am Start.

–> http://hessische.schach-chroniken.net/50hem_historie.htm

 

Schach am Keltenlager

Die „Keltenwelt am Glauberg“ heisst ein international bekanntes Museum und Forschungszentrum am Rande der Wetterau, und selbst man nicht in den futuristisch anmutenden Bau einkehrt, sondern am Ende eines sonnigen Tages einfach nur den Blick über die herrliche Landschaft und den archäologischen Park schweifen lässt, ist das ein reizvoller Wochenabschluss.

Wochenabschluss?! Ach so, ja, wichtiger Themenwechsel:

davor kann man noch, nur 10 Minuten entfernt, in der Gemeinde Ranstadt an den 4. Offenen Stadtmeisterschaften teilnehmen. Der Gewerbeverein und der SC Nidda-Ortenberg laden ins Bürgerhaus Bauernschmaus ein, um 9 Runden Schnellschach zu spielen. Und hinterher zum Entschleunigen an den Glauberg, wenn man schon mal da ist….

–> http://www.keltenwelt-glauberg.de/
–> http://bezirk-frankfurt.schach-chroniken.net/archiv/20162017/ors/ors_start.htm

 

Turniervorschau

Pfingsten: es könnte etwas eng werden beim 15. Jugendopen im südhessischen Gernsheim, denn gut 200 Teilnehmer waren zuletzt in den Vorab-Teilnehmerlisten der Turniere A und B zu finden.
–> http://www.sk1980gernsheim.de/anmeldung

Sa, 10.Juni: Offene Stadtmeisterschaft Neu-Isenburg 2017, 7 Rd CH, 15min
–> http://hessische.schach-chroniken.net/bezirk/05-frankfurt/55010/archiv/20162017/onism_00.html

Sa, 24.Juni: Hess. Blitz-Einzelmeisterschaft
–>http://hessische.schach-chroniken.net/50bem_historie.htm

Sa/So, 24./25. Juni: Seminar mit GM Michael Prusikin „Erfolgreich mit 1.Sf3“
–> http://chess-tigers.de/cttc_si_erfolgreich_mit_1sf3.php

So, 25. Juni: 4.Offene Ranstadter Stadtmeisterschaft
–> http://bezirk-frankfurt.schach-chroniken.net/archiv/20162017/ors/ors_start.htm

 

Open-Vorschau

Juli, 20. Gießener Open

August, 29. Wiesbadener Schlosspark Open

September, 4. Youth Classic in Bad Soden

Aber erst mal Pfingsten!

Eine schöne Zeit wünscht

Euer

Hans D. Post