Hessenschach 15/19

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  • Überraschungssieger in Heusenstamm
  • Hessische Ligen in der Winterpause
  • Friedberg in der Frauen-Bundesliga vorn
  • Was noch geht in 2015

 

Überraschungssieger in Heusenstamm

Wenn sich ein Verein dazu entschließt ein Open zu veranstalten, dann hofft er insgeheim, oder ganz offen, je nach Veranlagung, dass viele Spieler kommen, dass darunter möglichst auch mehrere Großmeister und Titelträger im Allgemeinen sein mögen, sich die eigenen Spieler des Vereins beteiligen (Organisation und Spielen), und am Ende vielleicht sogar ganz oben einer aus den eigenen Reihen stehen möge. Und Pannen, bitteschön, soll es schon gar nicht geben, auch keine finanziellen.

Es mag mit dem Pech anderer zusammenhängen, Karl-Mala-Open, Niederhöchstadt und auch Griesheim(DA) sagten aus unterschiedlichsten Gründen ihre 2015er Turniere ab, es könnte aber auch ein geschickt gewählter Termin gewesen sein, oder eine Summe beider Einflüssen, dass im Vergleich zum Vorjahr sich fast doppelt so viele Teilnehmer beim Heusenstamm Open meldeten wie 2014 (134 vs 270 in der Spitze).

Aus dem Schloss- wurde das Sparkassen Open, und aus einem Turnier gleich deren drei. Der Preisfonds wurde kräftig aufgestockt, und schließlich blieb auch in 2015 mehr Zeit, den „Markt“ zu bewerben.

An irgendetwas wird es gelegen haben, dass insgesamt dann 240 Teilnehmer schlussendlich an die Bretter gingen. Egal, eine Hoffnung hat sich jedenfalls erfüllt!

Eine interne Warteliste ergab sich wenige Tage vor dem Start für teilnahmewillige Großmeister, da die wenigen gesponsorten Hotelplätze schnell verbraucht waren, und auch um nicht die Spielstärke in der Spitze zu überdrehen, setzte man sich das Ziel nicht mehr als 10 GMs an die Bretter zu bringen.

Die erschütternden Ereignisse in Paris wenige Tage vor dem Turnierbeginn erschwerten dann manchem GM die Anreise ins Rhein-Main-Gebiet, machten es in einigen Fällen gar unmöglich. So kamen doch noch Spitzenkräfte zum Zuge, die eigentlich schon nicht mehr daran geglaubt hatten. Und es musste in letzter Minute noch ein Großmeister „nachverpflichtet“ werden, um nicht unter ein bestimmtes Niveau zu sinken.

Fast von Beginn an stand mit dem französischen GM Sebastien Feller (ELO 2622) der Turnierfavorit fest. Er erlangte leider traurige Berühmtheit, weil er vor einigen Jahren in eine Betrugsaffäre während einer Schacholympiade verwickelt war und mit Betreuern und technischer Unterstützung eine Goldmedaille „erspielte“. Ein Ausschluss vom Spielbetrieb der FIDE war die Folge, und wurde erst in diesem Jahr wieder aufgehoben. Seither spielte er in Europas Top-Teamligen wieder mit um Punkte (u.a. Frankreich und Deutschland), und er war wohl auch irgendwie erleichtert, dass er aus Heusenstamm keine Absage erhielt.

Die relativ zahlreichen Absagen von GMs machten es notwendig, dass man Ausschau nach einem weiteren Brocken hielt, und schließlich mit GM Konstantin Landa auch (ELO 2628) fündig wurde. Weitere 5 GMs sowie der niederländische IM Jorden van Foreest, der in wenigen Wochen den GM Titel (nebst Nadel) offiziell überreicht bekommen wird, bildeten die Basis für eine schwere Top10- Gruppe. Dazu gesellten sich noch die polnischen IMs Daniel Sadzikowski, Oskar Wieczorek und Pawel Weichhold, die zudem das Spielstärke- Rückgrat der Heusenstammer Oberliga-Mannschaft bilden. Insgesamt waren 20 Titelträger am Start, und somit wurden auch die Hoffnungen nach Quantität und Qualität erfüllt.

Nach 6 von 7 zu spielenden Runden deutete sich dann schon eine Sensation an, denn das Brett 1 des SC Heusenstamm, Daniel Sadzikowski, lag mit 6 aus 6 alleine an der Spitze, und keiner so in der Nähe, das er ihm noch hätte den Titel streitig machen können; remis in der Schlussrunde vorausgesetzt, was ihm gegen GM Kveinys, der damit Fünfter wurde, auch scheinbar leicht gelang. In dieser starken Spitzengruppe eine echte Überraschung, aber auch ein verdienter Erfolg, wenn man seine Partien schon in der Live- Übertragung verfolgte.

Platz 2 ging an den russischen Spitzenreiter der Setzliste, GM Konstantin Landa, der am Sonntagmorgen etwas zu spät kam (gegen Kveinys), auf wenigstens nur ein Remis von Sadzikowski spekulierte; und sich verrechnete.

Wie im Vorjahr landete der ukrainische GM Andrey Sumets auf Platz 3, und da er punktgleich mit Landa war, nahm er ihm hortgerecht auch noch etwas von dessen Preisgeld ab.

Dass man sich im Kreise der Heusenstammer Spieler sehr über den Mannschaftssieg freute, konnte man daran erkennen, dass man noch lange nach Turnierschluß die glorreichen Vier in der Nähe der Theke in bester Laune entdecken konnte!

Die Entscheidung, im Vergleich zum Vorjahr, aus einem Turnier gleich drei zu machen, war sicher die richtige gewesen. Möglicherweise war die Ratinggrenze des B- Turniers zu niedrig angesetzt (1600), und es kamen etwas weniger, als man eigentlich erhofft hatte (33 statt ca. 50), aber es wurde trotzdem ein spannendes siebenrundiges Turnier, dass letztlich von der Nummer 1 der Setzliste gewonnen wurde. Erst vor wenigen Jahren ist Ulrich Mehl vom FV Berkersheim zum Turnierschach gekommen, und der Sieg im B- Open von Heusenstamm ist da sicherlich schon ein Meilenstein in seiner Schachkarriere. Mit 5 Siegen und zwei Remis setzte er sich um einen halben Punkt von der Konkurrenz ab. Eine Überraschung war dagegen der Start mit Vier aus Vier von Melissa Bayer, für die aber nach der Niederlage gegen den Turniersieger in Runde 5 irgendwie die Luft raus war. Sie wurde Vierte, war auch die beste weibliche Spielerin und die beste U12- Jugendliche im Teilnehmerfeld. Neben dem Preisgeld dürfte sie sich sicherlich über die 200 DWZ Punkte Zuwachs gefreut haben. Bravo!

Auch etwas dünn besetzt, aber nicht minder spannend, und den teilnehmenden Schülern und Jugendlichen sicherlich entgegenkommend, war das fünfrundig angesetzte J- Open bzw U14- Turnier.

Es begann einen Tag später, und endete auch fast drei Stunden vor dem A- Open. Vielleicht sollte man einfach die Bedenkzeit weiter verkürzen und an einem Samstag/Sonntag die 5 Runden durchspielen.

Lars Lange von den Sfr.Kelkheim ist die Diskussion um solche Themen sicherlich egal, denn er gewann dieses Turnier in durchaus souveräner Art und Weise vor 30 weiteren Teilnehmern.

Wenige Minuten, nachdem die letzte Partie beendet wurde, schritt der mitspielende Initiator des Turniers vom gastgebenden SC Heusenstamm, Dr. Rudolf Benninger, zur Tat, und verteilte die durchaus zahlreich vorhandenen Umschläge aus dem gut gefüllten Preistopf. Ein Schachquiz, als allerletzte Möglichkeit für Nicht-Preisträger doch noch etwas zu ergattern, brachte acht Premium- Mitgliedschaften am Online- Schachdienst chess24.com unter die Leute. Das waren auch immerhin 99 Euro für eine Gratis- Jahresmitgliedschaft!

Hessens größtes Open in 2015, sicherlich auch das am stärksten besetzte, war gegen 20:30 beendet.

Pannen? Nun, da waren die mit Warnungen versehenen Notausgangstüren, die soviele Warnungen aufzeigten, selbst in arabischen Schriftzeichen, dass die keiner mehr las.

Alle, also wirklich alle weiteren Ergebnisse, und Fotos, und Tabellen, und DWZ, und ELO, usw usw gibt es im Internet auf der Turnierseite zu sehen. Als Letztes werden nun noch die Partienotationen erfasst, wobei die Top16- Bretter durch die Liveübertragung schon während des Turniers verfügbar waren.

–> http://hso.chess-open.net

Hessische Ligen in der Winterpause

HESSENLIGA

Gernsheim ist die Mannschaft der Stunde in Hessens höchster Spielklasse, immer noch! 4 Siege in 4 Runden, da konnte keine andere Mannschaft mithalten. Aber auch zwei Punkte Vorsprung sind nur ein dünnes Polster, wenn man gegen einen direkten Konkurrenten noch zu spielen hat.
Mit Dotzheim, Gießen 2 und auch Gelnhausen hat sich bereits eine kleine Gruppe am Tabellenende etabliert, von denen sicherlich schon der eine oder andere einen Blick in die Oberliga riskiert, und ob da etwas Hessisches absteigen könnte.

–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50hl_04.htm

VERBANDSLIGEN

Schöneck 2 geht mit einem kleinen Vorsprung in die Winterpause, man darf sich wie Hofheim 2 in der Parallelwelt als Herbstmeister fühlen.
Für Vellmar und Herborn war der Aufstieg zwar schön, aber die Landung bislang doch recht hart. Auch Bensheim wird in der Südgruppe mit dem einen Punkt nicht zufrieden sein.

Süd –> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50vls04.htm

Nord -> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50vln04.htm

LANDESKLASSEN

Bad Hersfeld im Norden und Gründau in der Oststaffel führen alle nach 4 Siegen ihre Staffeln alleine an, mit Frankfurt-West und Mörlenbach 2 ist in der Südgruppe gar ein Duo noch ohne Punktverlust an der Spitze. Nur die Westgruppe hat keinen Überflieger mehr in der Staffel, wobei sich die beiden an der Spitze, Limburg und Biebertal, jeweils einen Punktverlust leisteten, aber trotzdem schon deutlich mit 2 Punkten vor dem Rest führen.

Nord-> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50lkn04.htm

West-> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50lkw04.htm

Ost–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50lko04.htm

Süd–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20152016/mk/50lks04.htm

Friedberg in der Frauen-Bundesliga auf Zwei

Eine bittere Niederlage mussten Friedbergs Schachspielerinnen am Nikolaus- Wochenende quittieren, wo man beim ausrichtenden Bad Königshofen zu Gast war.

Zunächst lief alles nach Plan, als man samstags noch den Tabellenletzten Niederwiesa klar schlagen konnte. Die Schachmiezen aus Rodewisch waren dann aber am Sonntag eine Klasse besser als die Burgfräuleins aus der Wetterau, und so bleibt nur der Herbsttitel „Best of the Rest“ als Trostpflaster. Nächster Gegner wird nun Bad Königshofen sein, und es sieht so aus, dass man damit gegen den kommenden Deutschen Meister antreten muss.

–> http://dsb.schach-chroniken.net/1blf

Was noch geht in 2015

Nun, zunächst einmal wird am kommenden Wochenende von Oberliga bis Bundesliga um die letzten Punkte für das Jahr 2015 gekämpft. Hessens Vertreter Griesheim bekommt es mit Mülheim und Dortmund zu tun, und wer es aus der Nähe erleben möchte, der kann den kurzen Weg nach Hockenheim antreten, die als Ausrichter das Quartett komplettieren.

–> http://dsb.schach-chroniken.net/1bl

Der eine oder andere Verein lädt noch zum Weihnachtsblitzen oder Schnellschach ein, und schon sitzt alles unterm Baum. Und danach die Kalorienbomben. Die Sportlichen unter uns fahren dann an 27.Dezember nach Mainaschaff und nehmen am Jahresabschluss-Schnellschach des dortigen Schachklubs teil. Wohl bekomm’s!

Dieses Turnier und viele mehr findet man übrigens hier:

–> http://hessische.schach-chroniken.net/termine/kalender_aktuell.html

Gruß

Euer

Hans D. Post