SG Turm 1948/69 Idstein e.V.

Hessenschach 19/15

Gleich im neuen Jahr, die Offene Blitzschach- Einzelmeisterschaft von Frankfurt!
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  • Die hessischen Klubs in den Top-Ligen
  • Hessens Schachmotoren
  • Womit 2019 aufhören könnte, und 2020 beginnen wird

 

Die hessischen Klubs in den Top-Ligen

BUNDESLIGA

Was hat denn Hessen noch mit der obersten deutschen Spielklasse im Schach am Hut?

Nun, wer Landesgrenzen zu schätzen weiß, also offen natürlich und als zackig-dynamische Linie auf den Maps zu erkennen, der jubelt über Platz 8 des SC Viernheim nach immerhin schon zwei Doppelrunden. Immerhin hat man ja Kiel geschlagen.

Yo, Kiel. Das ist Borowski, Schleuse und natürlich Sprotten, die aber eigentlich aus Eckernförde kommen. Und die Verbindung zu Schachhessen? Nun, da gäbe es das ungeschlagene nominelle Brett 3, faktisch Brett 2 bei der SG Turm Kile, wo der mehrfache Frankfurter Stadtmeister und GM Igor Khenkin seine Kundschaft empfängt.

Da wäre dann noch Hockenheim auf Platz 5, und von einer virtuellen GM Gruppe angeführt gehen dahinter die spielenden GMs, unter anderem Dennis Wagner, auf erfolgreiche Punktejagd.

Da wo die Welt in Ordnung ist, also Brett 1 – 8 tatsächlich spielen, und ab Brett 9 nur eingesetzt wird, wenn einer da „oben“ wahrscheinlich Schnupfen hat, da ist Deizisau und Platz 4. Und Alexander Donchenko aus Gießen, der, so war zu lesen, wohl knapp an einer Karriere als Eistänzer in Kanada vorbeigeschrammt ist, und daher nun professionell die Puppen auf dem alten Kontinent auf dem Brett tanzen lässt.

Lingen auf Platz 3 ist schon schwierig zu verhessen, wäre da nicht der mehrfache Sieger des Schlosspark Open, OK lange her, aktuelle Sieger des Korbacher Opens und stets gefährlich im Heusenstamm Sparkassen Open agierende GM Lev Gutman gelistet. Ein Einsatz, ein Punkt. Ein Edelreservist!

Beim HSK auf Platz 2 wird man schon etwas länger bei ancestry.com verweilen müssen, um hessische Wurzeln der Mannschaftsspieler ausfindig machen zu können.

Und der Serienmeister der vergangenen Jahre? Wahrscheinlich wurden die Titel wie beim FC Bayern im Fussball alle nur mit Dusel gewonnen, vielleicht können aber beide Klubs einfach ein gutes Clubmanagement, starke Individualisten auf dem Platz und einen XXXL- Sack voll Geld aufweisen. Wie auch immer: Alles zusammen gut orchestriert braucht auch langfristig kein Glück mehr. Der ehemalige Schachweltmeister Anand, Bad Sodener Bürger seit Jahrzehnten, ist hier Hessens Fahne.

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2. BUNDESLIGA Süd

Wer beim Deutschen Schachbund einen Blick auf die Tabelle dieser Südgruppe wirft, bemerkt sofort den Kantersieg des TSV Schönaich über den aktuellen Tabellenzweiten, und damit ersten Aufstiegsaspiranten, SC Heusenstamm. Wie kommt’s?

Kurz gesagt, wenn es wichtiger ist, dass der Schiedsrichter zwischen den Tischen flanieren kann, als es den Spielern ermöglicht wird, Schach unter mehr als annehmbaren Bedingungen zu spielen, dann kommen schon mal groteske Entscheidungen zu Stande. Die Entscheidungen müssen nicht falsch sein, aber ob sie der Sache insgesamt dienlich sind? Und wenn ja, wem?

Einzelnen Spielern des TSV Schönaich wurde die Möglichkeit genommen, eine Norm in der 2. Liga zu erspielen. Nahe gelegt und nach Beratung durch die Mannschaftsführung von Schönaich angenommen wurde die Entscheidung des Schiedsrichters zum Wettkampf nicht anzutreten. Zwei vorher nicht erhoffte Mannschaftspunkte und ein fettes Brettpunktepolster sind der Lohn für dieses devote Verhalten.

Die Schachfreunde Stuttgart, der Gegner am zweiten Spieltag der Doppelrunde, machten dieses Spiel nicht mit. Hätten Sie es, wären auch sie mit einem unverhofften Gewinn nach Hause gefahren, und Heusenstamm direkt in die Oberliga abgestiegen! Auch dieses Weihnachtsgeschenk packte der Schiedsrichter gleich vor Ort mit aus. Und Geldstrafen im vierstelligen Bereich gleich mit oben drauf.

Das letzte Kapitel in dieser Sache ist noch nicht geschrieben, da geht noch was.

Der SV Hofheim indes sammelte am gleichen Spielort 3 wichtige Mannschaftspunkte gegen die gleichen Gegner des SC Heusenstamm ein. Stuttgart verlor sein Spiel gegen die Gastgeber und sorgte so dafür, dass Hofheim auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintert.

Neuberg dagegen, als drittes hessisches Team in dieser Staffel, wird es schwer haben noch genügend Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.

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OBERLIGA OST Staffel B

Bad Emstal/Wolfhagen führt mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung souverän die Tabelle an, und nur Griesheim scheint noch den Nordhessen gefährlich werden zu können, da der direkte Vergleich noch aussteht und die Kräfte in beiden Teams recht gleichmäßig angeordnet sind.
Oberursel als aktuelle Nummer 2 hat schon die Punkte im Norden lassen müssen, und Griesheim wartet auch noch auf seine Gelegenheit.
Wiesbaden auf Platz 4 hat nicht genügend PS im Mannschaftsbus, um das Top-Trio gefährden zu können.
Auch Mörlenbach hat gegenüber den Spitzenteams das Manko, das an den hinteren Brettern die Härte fehlt. Immerhin ist man noch auf Platz 5.
Schöneck, Marburg und Gernsheim, dazwischen noch Empor Erfurt, haben ein gut abgegrenztes Mittelfeld zu den Abstiegsplätzen besetzt, das aus hessischer Sicht keine Gefahren birgt: Stadtilm, Liebschwitz und Medizin Erfurt werden den Abstieg wohl unter sich ausmachen.

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Hessens Schachmotoren

Mehr Spieler als durch Mannschaftskämpfe werden durch Openturniere an die Bretter gelockt. Während die Hessenmeisterschaften ehemals ein fetter 12-Zylinder waren, zum Beispiel 1982 in Bergen-Enkheim oder 1984 in Dörnigheim, und zwischen vier- und fünfhundert Spieler anlockten, so ist heute eher Volkswagen im unteren Preissegment angesagt.

Dafür haben sich andere feste Spieltermine im Kalender etabliert. Da in den ersten drei Monaten eines neuen Jahres durch Mannschaftskämpfe und andere Qualifikationsturniere kaum Platz an den Wochenenden vorhanden ist, geht es erst an Ostern los. Auch deshalb, weil um Ostern keine Landesmeisterschaften mehr in Hessen gespielt werden.

Den Anfang macht das Frühjahrsopen und Gastgeber ist der SV 1920 Hofheim. Drei Subturniere werden seit 2013 angeboten und jeweils 9 Runden gespielt. Zuletzt, so auch in diesem Jahr, fand das Open stets im nahtlosen Anschluss an das GRENKE OPEN in Karlsruhe statt.

Sieger im A- Open wurde GM Vladimir Epishin, der sich mit dem punktgleichen Maxim Turov vom Rest des Feldes, bestehend aus 54 Teilnehmern, leicht absetzen konnte. Die Partie der beiden endete Remis und im Lotteriespiel der Buchholzwertung hatte der Altmeister um einen halben Punkt die Nase vorn.

Der Sieg im B- Open ging an die albanische FIDE- Meisterin Bruna Tuzi vom SK 1858 Gießen, die sich gegen 73 weitere Teilnehmer durchsetzen konnte.

Aus der Tiefe des Raums kam Maximilian Jung zum Zuge, und der junge Schott Mainzer gewann das C- Open.

–> http://hfo.chess-open.net

Wenige Tage nach Hofheim beginnt die Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft. Es sind fast genau so viele Teilnehmer wie in Hofheim am Start, verteilen sich aber nur auf zwei Subturniere und die 7 Runden werden nicht an einem langen Wochenende ausgetragen, sondern jeweils an Montagabenden bis etwa Mitte Juni.

Seinen 4. Sieg bei diesem Traditionsturnier errang GM Hagen Poetsch, und er zog gleich mit GM Igor Khenkin und FM Karlheinz Maeder. Nur Walter Jäger (5 Siege) und Werner E. Kunerth (7 Siege) rangieren noch vor ihm. Zwei weitere Großmeister und ein Feld von 113 Teilnehmer waren seine Konkurrenz.

Dr. Firas Al-Butmeh vom SV Lahn Limburg sicherte sich den Sieg im B- Open, das auf eine Spielstärke von DWZ 1500 gedeckelt ist. Hier waren 43 weitere Spieler am Start.

–> http://fsm.chess-open.net

Das Rhein-Main-Open ist auch schon bald ein Vierteljahrhundet am Start, in diesem Jahr war Nr. 22 an der Reihe. Wie zuletzt wurde das Brückenwochenende über Fronleichnam in der zweiten Juni- Hälfte zur Austragung genutzt

Zum ersten Mal seit 2006/2007, damals GM Igor Khenkin, gelang einem Turniersieger eine erfolgreiche Titelverteidung. 5,5 Punkte, die bessere Buchholtzwertung und ein wenig Glück bei der Auslosung reichten dem ukrainischen IM Petro Golubka zum erneuten Sieg in Bad Homburg im A-Open vor 120 weiteren Teilnehmern.

Vincent Bremer vom Mainzer Klub SC Lerchenberg sicherte sich nach Zweitwertung den Turniersieg im B-Open vor Jürgen Stock aus Kelkheim und weiteren 94 Teilnehmern.

–> http://rmo.chess-open.net

Der Kollisionskurs mit Hessens größtem Schnellschach- Open, das parallel Anfang Juli in Darmstadt ausgetragen wurde, hat trotzdem zu einem signifikanten Anstieg der Teilnehmerzahlen bei den Vellmarer Schachtagen geführt: von 164 in 2018 ging’s rauf auf 197.

Auch hier werden die Teilnehmer in drei jeweils siebenrundige Turniergruppen einsortiert: A, B und C.

Ohne Teilnahme von IMs oder GMs gelang hier Lara Schulze, einer jungen FIDE- Meisterin vom SK Lehrte, ein bemerkenswerter Erfolg vor 97 weiteren Teilnehmern.

Michael Wiktorczyk vom Mündener SC siegte im B- Open vor 80 Teilnehmern.

Dr. Harald Gegner aus Bonn gelang der Sieg im nur 18 Teilnehmer umfassenden C- Open.

–> https://vellmarer-schachtage.com

Der Schachclub Eschborn hat sein fünfrundiges Open direkt vor das Schlosspark Open platziert und ist in der Teilnehmerzahl etwas zurückgefallen.

IM Jacek Dubiel vom SV Oberursel konnte sich vor 102 weiteren Teilnehmern nach Buchholtzwertung durchsetzen und wiederholte damit seinen Erfolg aus 2018 an gleicher Stelle.

–> https://www.schachclub-eschborn.de/eschborn-open-1/open-2019

Das Schlosspark Open war bereits zum x-ten Male und diesmal schon Monate vor dem Start ausverkauft. 189 Teilnehmer sehen Ende August den 4. Erfolg des aktuellen Frankfurter Stadtmeisters GM Hagen Poetsch in Wiesbaden-Biebrich, der sich unter anderem gegen vier GM-Kollegen durchsetzen konnte.

–> http://spo.chess-open.net

Das Korbacher Open hat seine Teilnehmerzahl erneut nach oben geschraubt und bot 243 Teilnehmern drei siebenrundige Subturniere im ABC-Muster an. Damit veranstaltet der ortsansässige Schachklub das nach Teilnehmern zweitgrößte hessische Open.

Der Sieg im A-Open vor 76 Teilnehmern ging an GM Lev Gutman, der, in Hessen, speziell Nordhessen, kein Unbekannter und neuerdings auch wieder in der Schachbundesliga auf Punktejagd ist.

Armin Achtmann von der SVG Echzell sicherte sich den Sieg im B- Open und ließ dabei 94 weitere Konkurrenten auf den Plätzen zurück.

Das C-Open war eine knappe Angelegenheit und Georg Kappeler vom SK Marburg konnte sich gegen zwei weitere punktgleiche Spieler nach Zweitwertung durchsetzen. Hier waren insgesamt 71 Teilnehmer am Start.

–> http://www.korbacher-open.de

Das jüngste Open mit zuvor nur 5 Austragungen ist das Heusenstamm Sparkassen Open. Und wieder gelang es die Teilnehmerzahl zu steigern, diesmal waren 470 Spieler in Summe an den Brettern der drei Subturniere A-, B- und J-Open angetreten.

Das A- Open alleine umfasste bereits 249 Teilnehmer und war damit größer als jedes andere Schachopen in Hessen. Obwohl die 1. und 2. Liga an dem angesetzten Wochenende jeweils eine Doppelrunde austrugen, fanden zahlreiche Titelträger den Weg nach Heusenstamm.

Der ukrainische GM Yuriy Kuzubov, ansonsten für Bad Emstal/Wolfhagen in den 4er-Pokal- Wettkämpfen am Start, wurde seiner Favoritenstellung gerecht und gewann überzeugend.

Das B- Open, mit 148 Spielern auch kein kleines Turnier, gewann der für den Hauptstadtklub Berolina startende Rene Lasschuit vor dem punktgleichen Lutz Fischer von den Frankfurter Schachfreunden.

Deutlich gewachsen ging auch das Jugendopen in die erste Runde. Turnierfavorit Emil Eull von den Neuberger Schachfreunden konnte alle Partien und damit auch das Turnier gewinnen.

–> http://hso.chess-open.net

 

Womit 2019 aufhören könnte, und 2020 beginnen wird

Open zwischen den Jahren gab’s ja mal in Hessen, und gleich zu Beginn des Jahres auch. Ist aber nicht mehr.

Ein gut besetztes und dotiertes Schnellschach- Turnier findet zum Jahreswechsel, und heißt deshalb auch so, in Gießen statt.
–> http://www.sk1858-giessen.de/Offene-Turniere/Jahreswechselturnier

Noch schneller geht’s zu bei der Offenen Blitz- Einzelmeisterschaft, die der Bezirk Frankfurt am Sonntag, den 5. Januar anbietet. Im letzten Jahr kamen 80 Teilnehmer und drängten sich in den Kleinen Saal des SAALBAUs Titus Thermen in der Frankfurter Nordweststadt. In diesem Jahr steht gar der große Saal zur Verfügung. Jetzt anmelden!
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Schönes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch!

Gruß

Euer

Hans D. Post