SG Turm 1948/69 Idstein e.V.

Hessenschach 17/01

Jetzt anmelden zur Offenen Frankfurter Stadtmeisterschaft!
http://fsm.chess-open.net

 

  • Schach in Bad Zwesten defibrilliert
  • Rekordteilnehmerzahl beim Blitz in Frankfurt
  • Hessische Mannschaften von Bundesliga bis Landesklassen
  • Ralley Bad Soden – Frankfurt

 

Schach in Bad Zwesten defibrilliert

Das Open in Bad Zwesten zählte ab 1997 bis zum Beginn des neuen Jahrhunderts zum Besten, was man als Open-Kost in Hessen geboten bekommen konnte. Man präsentierte sich in direkter Konkurrenz zum bekannten Staufer-Open, und konnte trotzdem in der Spitze fast 240 Teilnehmer in einem doch relativ abgelegen Kurort zwischen Marburg und Kassel locken. Während dieses nationale Turniertandem den Beginn des Kalenderjahres bestimmte, fand man eine ähnliche Konstellation mit Travemünde und Böblingen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr vor. Von den beiden letzten ist nur noch Böblingen übriggeblieben, und auch Bad Zwesten hat die Zeiten nicht überdauert.

Nach dem Rekordjahr in 2001 nahm das Interesse schon fast schlagartig ab, flackerte nochmals kurz auf und erlosch zunächst ganz im Jahr 2008, als nur noch weniger als 100 Teilnehmer in das Heilbad kamen. Ein signifikanter Wechsel in der Organisation fand zeitgleich statt, und vom Herzblut blieb nach 12 Bad Zwesten Open oder Schachtagen, wie man sich wechselnd nannte, nur noch Kalkül übrig.

Nach einem Jahr Pause startete 2010 der erste Versuch der Wiederbelebung und gemessen an allen Zahlen der Vorjahre war es kein Erfolg. Das 13. Openturnier in Bad Zwesten und seine drei Nachfolger konnten sich nicht einmal am Negativrekord der Teilnehmerzahl messen. Fast schon folgerichtig erfolgte dann im Jahr 2013, wie in Travemünde auch, das Aus.

Einen mehr als skurrilen Versuch des Neuanfangs dieses Turniers erlebte Schachhessen dann im vergangenen Jahr, als urplötzlich das 17. Bad Zwestener Schachfestival ausgeschrieben wurde, wobei sich aber eigentlich nur das Hessische Pokalturnier mit „einem frischen Konzept“ und vor allem „schwungvoll“ präsentieren wollte. Was die Teilnehmer davon hielten, ergibt dann ein Blick in die 18(!) Spieler umfassende Liste: eigentlich gar nichts!

War es nun Mitleid oder das sichere Wissen darum, dass man es schlechter als in 2016 nicht mehr machen konnte. Was also trieb dazu, erneut eine Wiederbelebung zu starten?

Wie auch immer: Das erste 17. Turnier wurde von Schachhessen nicht für voll genommen, und somit wurde im Jahr 2017 dieses Open von seinem neuen alten Urorganisator als das Siebzehnte über- bzw ausgeschrieben. Auch kehrte man zurück zum alten Namen und nannte sich (überwiegend) wieder Bad Zwesten Open.

Doch von einer vollständigen Genesung ist man auch jetzt noch weit entfernt, denn trotz eines verlockenden Preisfonds kamen lediglich 65 Teilnehmer nach Bad Zwesten, wobei aber in diesem Jahr im Vergleich zum Letzten deutlich mehr Saft auf dem Defibrillator geladen war.

Der diesjährige Sieger, GM Vladimir Epishin, war der sichere Gewinner des Turniers, denn er war zu weit entfernt in der Startrangliste von den Verfolgern. Mit fünf Siegen ab Beginn und zwei abschließen Remis hielt er die Konkurrenz um einen halben Zähler auf Distanz und die Spannung um den Turniersieg in Grenzen.

Bester Spieler aus der Region war auf Platz 8 Andrey Cherny vom Kasseler SK, was schon etwas auf die Problematik hindeutet.

Weniger als die Hälfte der Teilnehmer kamen aus der Region bzw sogar aus Hessen, was also noch ein ordentliches Potential für die Folgejahre bereithält. Wenn man es nutzt.

Wer sich gerne selbst ein Bild machen möchte, bitte schön:

–> http://schach-in-nordhessen.de

 

Rekordteilnehmerzahl beim Blitz in Frankfurt

Über ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis eine alte Rekordmarke in der Liste der Frankfurter Bezirks- Blitzmeisterschaften überboten werden konnte, aber irgendwann wird halt jeder mal belohnt.

64 Teilnehmer trafen sich nach Dreikönig im Konsumtempel im Nordwesten Frankfurts, und Zeit und Ort waren wohl passend gewählt.

Sicherlich muss man einschränken, dass bei dem alten Rekordturnier aus dem Jahr 1963 noch kein offenes Turnier veranstaltet wurde, denn das gibt es erst seit wenigen Jahren, und damit die alte Rekordmarke gemessen an Teilnehmern aus dem Bezirk Frankfurt immer noch Bestand hat. Doch auch gemessen an nur Bezirk-5-Spielern muss man weit zurückgehen, um eine ähnlich hohe Zahl von 50 Teilnehmern auszumachen.

Da der Hessische Schachverband gar keine Qualifikationsturniere aus den Bezirken mehr fördert oder benötigt, ist es auch nicht mehr angebracht diese ebenfalls auf die Mitgliedschaft in föderalen Strukturen zu begrenzen. Der Schritt zur Öffnung ist demnach konsequent und bei Betrachtung des Interesses auch angebracht.

Ein weiterer Wandel des Turniers neben der Öffnung begann, als man vom System Jeder-gegen-Jeden oder bei hohen Zahlen in Vor- und Endrunden zum Schweizer System wechselte. Es ist flexibler, was nachträgliche Einfügungen verspätet eintreffender Spieler angeht, und es ist präziser bei der Paarungsbildung. Wer schon einmal bei einem Rutschsystem die Sitzreihenfolge korrigieren musste, weiß, wovon die Rede ist.

Eines ist jedenfalls sicher: solche Turniere mit mehr als zwanzig Teilnehmern machen deutlich mehr Spaß, und bieten dadurch auch mehr Spannung. Die Plätze im Kleinen Saal des Bürgerhauses Titus Thermen waren jedenfalls restlos belegt und keiner(!) verabschiedete sich aus dem Turnier, bevor nicht die letzte eigene Partie in der neunzehnten Runde beendet wurde.

Eine eindrucksvolle Leistung seines Könnens zeigte der seit Neuestem im Frankfurter Bezirk für den FTV an den Start gehende IM Sven Telljohann, der als Einziger keine eine seiner 19 Partien verlor und schließlich mit einem Punkt Vorsprung Turniersieger und damit zugleich auch Meister des Bezirks Frankfurt wurde.

Platz Zwei und Drei gingen an die beiden IM-Kollegen Jacek Dubiel und Boris Margolin, beide vom SV Oberursel.

Eine Übersicht, Tabellen und Fotos findet man übrigens ab hier:

–> http://bezirk-frankfurt.schach-chroniken.net/55bem_historie.htm

 

Hessische Mannschaften von Bundesliga bis Landesklassen

Für Hessens Spitzenmannschaft vom SV Griesheim geht es erst im Februar in die nächste Runde, doch ab der zweiten Bundesliga ist die Jagd nach Punkten bereits ab Mitte Januar wieder eröffnet.

2.Bundesliga WEST

Mit dem vierten und zugleich höchsten Sieg in dieser Saison, gegen Hansa Dortmund, übernahm der SV Hofheim die Tabellenspitze in der Westgruppe. Zwar stehen die eigentlichen Herausforderungen in dieser Saison noch an, jedoch hat man, die zuletzt am Aufstieg nicht interessierte Mannschaft der SG Porz außen vor, einen komfortablen Vorsprung auf Verfolger Düsseldorf.

–> http://dsb.schach-chroniken.net/blw

2.Bundesliga SÜD

Heusenstamm hat nach der zweiten Saisonniederlage gegen Deizisau und damit auch gegen Grischuk, Kamsky, Krasenkow, Dautov und Co, keine echte Chance mehr auf einen der vorderen Plätze, aber damit auch immer noch starken Kontakt zu den Abstiegsplätzen. Mit Blick auf die restlichen Gegner sollte aber das Mindestziel, ein Platz im Mittelfeld, nicht in Gefahr sein.
Ungleich schwerer dagegen haben es hier die Schönecker Schachfreunde, denn auf dem Teamkonto findet sich noch kein einziger Punkt und damit auch bisher nur der letzte Platz auf der Habenseite.

–> http://dsb.schach-chroniken.net/bls

 

Oberliga OST Staffel B

Der Kasseler SK verteidigt die Tabellenspitze in dieser Klasse einmal mehr und dies mit einem knappen Sieg gegen den Wiesbadener SV. Die kommende Doppelrunde führt nach Erfurt und hier könnte ein gutes Polster für die richtigen Aufgaben danach entwickelt werden.

Der gegen Kassel gestrauchelte Klub aus Mörlenbach/Birkenau hat sich gefangen und konnte diesmal gegen Oberursel einen wichtigen 6-2 Sieg einfahren.

Neuberg gelang es daher sich mit einem Sieg gegen Empor Erfurt an den Taunusstädtern vorbeizuschieben.
Marburg büßte durch eine überraschende Niederlage in Sangershausen wichtige Punkte um den Anschluß an die Spitze ein und ist nun Sechster.

Wiesbaden führt die zweite Tabellenhälfte an und liegt aber nur nach Brettpunkten vor dem Frankfurter TV, die sich im Stadtduell gegen Brett vorm Kopp eindrucksvoll durchsetzten.

Empor Erfurt und Nied, letztere mit einem wichtigen Sieg gegen Medizin Erfurt, stehen an der Klippe zu den Abstiegsplätzen auf Rang neun und zehn.

Damit bleiben „Medizin“ und Brett vorm Kopp noch ohne Teampunkte auf den beiden letzten Plätzen.

–>http://dsb.schach-chroniken.net/oob

 

HESSENLIGA

Griesheim und Gernsheim haben sich vom Rest des Feldes absetzen können, und mit Spannung kann man dem Saisonfinale entgegensehen, wenn beide aufeinandertreffen werden. Für Griesheim sprechen die fünf bisher erreichten Siege, für Gernsheim dagegen trotz einem Remis bisher die Anzahl der erreichten Brettpunkte.
Momentan sind Hofheim 2 und Dotzheim verdächtige Kandidaten für den Abstieg.

–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50hl_05.htm

 

VERBANDSLIGEN

Nord
Bedingt durch die eigenwillige Vorschreibung aller Ergebnisse für die zurückgezogene Mannschaft des SK Gießen ergibt sich ein leicht lädiertes Tabellenbild in dieser Staffel. Zählt man daher nur die bisherigen Punktverluste, liegen hier vier Teams gleichauf an der Spitze: Fulda, Herborn, Biebertal und Kasseler SK 2.

–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50vln05.htm

Süd
Langen hat mit einem Viervier in Roßdorf die alleinige Tabellenführung eingebüßt und Bensheim konnte nach dem Sieg gegen Lorsch aufschließen.

–> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50vls05.htm

 

LANDESKLASSEN

Die interessanteste Meldung kommt aus dem Norden, wo Vellmar dem Team aus Bad Emstal/Wolfhagen einen wichtigen Punkt abnehmen konnte, diese aber trotzdem die Tabelle weiter anführen.

Die überraschende Niederlage von Limburg in Erbach im Westen sorgt nun für einen Vierkampf an der Spitze, an dem sich neben diesen beiden Vereinen auch Marburg und Wieseck hinzugesellen.

Der Frankfurter TV ist nur eine von zwei Mannschaften in den Landesklassen, hier in der Ostgruppe, die alle bisherigen Kämpfe gewinnen konnte. Zudem gelang es das Brettpunktekonto gegenüber den Verfolgern weiter auszubauen, und es droht der Aufstieg in die Verbandsliga.

Im Süden überrascht der SC Bad Soden, wie Oberursel noch ohne Punktverlust, und hat nach 5 Runden scheinbar nur noch Flörsheim als direkten Verfolger zu fürchten. Wenn da nicht das schwierige Restprogramm wäre…..

N -> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50lkn05.htm
W -> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50lkw05.htm
O -> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50lko05.htm
S -> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20162017/mk/50lks05.htm

Und wer es in puncto Auf bzw. Abstieg noch etwas übersichtlicher haben möchte, werfe einen Blick in den Abstiegssimulator:

–> http://hessische.schach-chroniken.net/50mk_aufabstieg_aktuell.htm

 

Rally Bad Soden – Frankfurt

Ein fester Bestandteil in (nicht nur) meinem Terminkalender sind die ab Januar wieder allmontäglich Abends veranstalteten Rally- Turniere geworden, die Schnellschach im Chess960 Format im Chess Tigers Training Center in Bad Soden anbieten.

An zwölf Abenden im Wochenabstand können in jeweils 7 Runden nach Schweizer System wichtige Punkte für Tagessiege und einen Gesamtsieg gesammelt werden, für den die besten acht Turnierleistungen gezählt werden.

2011 zum ersten Male veranstaltet, kann man schon mal auf eine aussagekräftige Siegerliste zurückblicken und dies ist in erster Linie der Medaillenspiegel nach mittlerweile 74 Etappen. Hier führt FM Michael Stockmann mit einem Wertungspunkt vor IM Sven Telljohann die Tabelle an.

Nachdem die erste Etappe in 2017 mit 14 Spielern einen Startrekord einstellte, und mit Thomas Reschke für alle außer ihm selbst einen überraschenden Sieger bot, war mit 16 Teilnehmern in der zweiten Etappe bereits ein neuer Bestwert erzielt worden. Mit IM Sven Telljohann stieg aber auch mit dem Vorjahreszweiten der Gesamtwertung ein Schwergewicht in dieser Königsdisziplin des Schachs in den Ring ein.

Am kommenden Montag geht es also in die nächste Etappe und es ist möglich auch in den laufenden Wettbewerb einzusteigen. Zumal auch Ratingpreise in der Gesamtwertung angeboten werden und jeder Teilnehmer an jedem Abend die Chance auf einen Lucky Win hat.

Ist diese Serie zu Ende gespielt, kommt es in der Frankfurter Nordweststadt zum großen Chess960 Finale, der vom Frankfurter Bezirk veranstalteten Meisterschaft im Chess960 Schnellschach.

Und obwohl beide Veranstaltungen nicht direkt miteinander verbunden sind, kann man hier doch von einem krönenden Abschluss im Anschluss sprechen. Doch bis Anfang April ist ja noch vieeeel Zeit…..

Gruß

Euer

Hans D. Post